Ärzteseminar Osteopathische Medizin

in der DAOM - Deutsche Akademie für Osteopathische Medizin e.V.

Besonderheiten der Osteopathischen Medizin
im Vergleich zur Schulmedizin und zur Manuellen Medizin

  1. Das für die Osteopathie typische Diagnosesystem mit z. B. Listening-Techniken, der Erfassung körpereigener Rhythmen oder der Befundung subtiler Dysfunktionen wie venösen oder lymphatischen Stauungen ermöglicht die Einordnung und Behandlung funktioneller Störungen.

    Diese Störungen können ursächlich sein für Beschwerden, die durchaus einem konkreten schulmedizinischen Krankheitsbild entsprechen. Jedoch lassen sich durch die osteopathische Betrachtungsweise Ursache-Wirkungsketten erschließen, die mit schulmedizinischen Möglichkeiten nicht wahrnehmbar sind.

  2. Die Osteopathische Medizin bewertet Befunde vor dem Hintergrund funktioneller anatomischer Zusammenhänge (z. B. Faszienketten) sowie durch spezielle Testverfahren (z. B. Inhibitionstests). Dadurch hierarchisieren sich Befunde anders als in der Schulmedizin gewohnt und es erschließen sich vermeintlich ungewöhnliche Zugänge für die Behandlung; nur ein Beispiel von vielen ist die Behandlung einer Appendektomienarbe zur Besserung von Schulterbeschwerden.

  3. Die Osteopathische Medizin versteht den menschlichen Organismus als sich selbst organisierendes System und arbeitet mit einem salutogenetischen Ansatz. Es soll also weniger die Krankheit bekämpft werden als vielmehr dem Körper ermöglicht werden, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dies beispielsweise durch die Beseitigung von Stauungen im Körper oder durch die Optimierung der Funktion des Nervensystems.

    In diesem Sinne stellt sich die klassische (schulmedizinische) Empfehlung des Hochlagerns einer verletzten Extremität, damit Schwellungen und Stauungen die Heilung nicht behindern, als ein osteopathischer Gedanke dar. Zusätzlich zum Hochlagern des entsprechenden Körperteils werden in der Osteopathie individuell an den Patienten angepasste Techniken angewandt.

  4. Die Osteopathische Medizin verfolgt einen präventiven Ansatz auf verschiedenen Ebenen. Störungen sollen erfasst und beseitigt werden, bevor sie zu Beschwerden führen und ernsthafte Folgen nach sich ziehen. Die Osteopathie ermöglicht die Behandlung funktioneller Störungen, bevor sich strukturelle Probleme einstellen. Falls bereits strukturelle Störungen aufgetreten sind, kann die Osteopathische Medizin den Organismus darin unterstützen, diese gut und folgenlos zu kompensieren.

Autor/in:
Dr. med. Dagmar Sibbing D.O. BAO, Leiterin des ÄSOM
Robert Schleusener, Präsident der DAOM e. V.


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