Ärzteseminar Osteopathische Medizin

in der DAOM - Deutsche Akademie für Osteopathische Medizin e.V.

"Osteopathische Verfahren"


Die Bundesärztekammer hat für Fachärzte, welche die Zusatzbezeichnung Manuelle Medizin/Chirotherapie besitzen, eine ergänzende zertifizierte curriculare Fortbildung geschaffen. Diese „Osteopathische Verfahren“ genannte Beifügung kann mit einer Weiterbildungszeit von nur 160 Stunden erworben werden.

Die Regularien spiegeln wider, dass die zertifizierte curriculare Fortbildung „Osteopathische Verfahren“ auf Intervention Manualmedizinischer Fachgesellschaften entstanden ist. Diese verstehen die Osteopathie als ein Anhängsel der Manuellen Medizin. Auch umfasst die Osteopathie im Verständnis der Manuellen Gesellschaften vorwiegend parietale Techniken.

Aus Sicht des ÄSOM und der DAOM ist die Osteopathische Medizin ein auf einem salutogenetischen Konzept beruhendes und personenzentriertes eigenständiges Medizinsystem.

Dieses erfordert eine deutlich längere Ausbildungszeit als für die "Osteopathischen Verfahren" vorgesehen. Auch halten wir die Koppelung der "Osteopathischen Verfahren" an die Ausbildung in Manueller Medizin inhaltlich nicht für sinnvoll, da die Osteopathische Medizin auf anderen Prinzipien beruht als die Manuelle Medizin.

In dem Beschluss der Ärztekammer, eine nur 160 Stunden umfassende Fortbildung Osteopathische Medizin anzuerkennen, sehen wir ein falsches politisches Signal mit der Gefahr, dass die Osteopathie zu einer Kurzausbildung verkommt, die unzureichend osteopathisch weitergebildete Ärzte produziert. Die von unseren Patienten geschätzte Osteopathische Medizin, die den gesamten Menschen betrachtet und um Zusammenhänge zwischen den Strukturen weiß, diese erkennt und behandelt, könnte damit verschwinden.

Osteopathie wäre am Ende eine Kurzbehandlung ohne besonderen Effekt und Wert mit entsprechend dürftiger Vergütung.

Dem wollen wir uns entgegenstellen!

Das ÄSOM ist mit anderen gleichgesinnten ärztlichen Osteopathieschulen Mitglied im BDOÄ (Bundesverband Deutscher Osteopathischer Ärztegesellschaften). Gemeinsam wollen wir durch entsprechende Aufklärung bei der Kollegenschaft, den Patientenverbänden und den Krankenkassen darauf hinweisen, dass die "Osteopathischen Verfahren" allenfalls eine Einführung in die Osteopathische Medizin darstellen. Wir handeln damit im Sinne der internationalen Osteopathischen Dachverbände EROP (European Register of Osteopathic Physicians) sowie der OIA (Osteopathic International Alliance) und der WHO.

 

Autor/in:
Dr. med. Dagmar Sibbing D.O. BAO, Leiterin des ÄSOM
Robert Schleusener, Präsident der DAOM e. V.


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